Baubestimmungen

Die Tiny House Bewegung hat in den USA ihren Ursprung. Dort werden die kleinen Häuser auf Anhängern oft als Wohnmobile betrachtet und unterliegen somit nicht dem Baurecht. In Deutschland sieht die Situation etwas anders aus und die Regelungen sind oft strenger. Egal ob man in Deutschland ein großes Gebäude baut oder nur in einem kleinen Modulhaus leben möchte, wird kein Unterschied bezüglich des Baurechts gemacht, wodurch man dazu verpflichtet ist sich eine Baugenehmigung für sein Vorhaben zu holen. Insbesondere, wenn man nicht nur temporär, sondern dauerhaft an einem bestimmten Platz wohnen möchte.
Wir bieten Dir folgend zwei unterschiedliche Optionen an, wie Du Dein persönliches Modulhaus nutzen kannst. Die grundlegende Frage ist nämlich, ob Du das Modulhaus dauerhaft als Wohnhaus oder nur für eine bestimmte Zeit im Jahr, als Ferienhaus nutzen möchtest. Im Folgenden möchten wir Dir beide Nutzungsmöglichkeiten näher aufzeigen, sowie Anforderungen und unterschiedliche Vorgehensweisen erläutern. Für weitere Fragen stehen wir Dir jederzeit gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung.

DU WILLST DAUERHAFT IN DEINEM
MODULHAUS WOHNEN
DU WILLST DAS MODULHAUS ALS WOCHENEND-
ODER FERIENHAUS NUTZEN
BAUBESTIMMUNGEN

DAUERHAFT WOHNEN

-> Du willst dauerhaft in Deinem Modulhaus wohnen

Wenn Du ein Modulhaus dauerhaft beziehen möchtest, muss Dein Grundstück zwei Bedingungen erfüllen:

1.) Dein Grundstück muss nach der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke (BauNVO) für das Wohnen zugelassen sein. Diese Grundstücke befinden sich beispielsweise in Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten, Dorfgebieten, Mischgebieten, urbanen Gebieten, Kerngebieten und Gebieten zur Erhaltung und Entwicklung der Wohnnutzung oder in Sondergebieten. Oft können Auflagen wie die Ortsgestaltungssatzung Probleme bei der Umsetzung machen, da die neue Art und Weise der Modulhäuser sich erst noch durchsetzen muss. Am schnellsten und einfachsten wird ein Modulhaus wahrscheinlich in Sondergebieten oder in „Gebieten zur Entwicklung der Wohnnutzung“ genehmigt werden. Da die Modulhäuser aber eine kleinere Form des normalen Fertighauses sind, wird die Umsetzung ohne weitere Probleme stattfinden können.

2.) Dein Grundstück muss zudem erschlossen sein. Somit muss dieses an das öffentliche Straßen- und Wegenetz sowie an das Ver- und Entsorgungsnetz angebunden sein. Wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, hängt es von der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) ab, ob und in welcher Form Dein Modulhaus genehmigungspflichtig ist. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

Wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, hängt es von der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) ab,
ob und in welcher Form Dein Modulhaus genehmigungspflichtig ist. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

1. Der Bau ist verfahrensfrei.
Das heißt, Du musst keinen Bauantrag stellen und auch kein Kenntnisgabeverfahren durchführen. Allerdings musst Du eigenverantwortlich prüfen, ob Du das Bauvorhaben wie geplant umsetzen darfst. Darüber hinaus bist Du dafür verantwortlich, die erforderlichen Befreiungen oder Genehmigungen den zuständigen Behörden vorzulegen. Dazu gehören beispielsweise der Standsicherheitsnachweis und der Wärmeschutznachweis. Bei Zweifeln kannst Du Dich an die Baurechtsbehörde oder an einen Architekten wenden.

2. Der Bau des Tiny Houses ist genehmigungsfrei.
Bei genehmigungsfreien Bauvorhaben sprechen die Behörden von Bauanzeige-, Kenntnisgabe-, Mitteilungsverfahren. Die Anforderungen an die Unterlagen für diese Verfahren können je nach Bundesland unterschiedlich sein. Der Vorteil ist, dass die Baugenehmigung innerhalb einer gesetzlich in der Landesbauordnung festgelegten Frist nach Einreichung der Bauvorlagen als erteilt gilt, wenn Dir die Baubehörde nichts anderes bescheinigt.

3. Es gibt ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren.
Zuständig für die Erteilung der Baugenehmigung ist die untere Bauaufsichtsbehörde. Den Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung musst Du schriftlich bei der Gemeindeverwaltung einreichen. Welche Bauunterlagen Du dafür benötigst, hängt von der Landesverordnung über Bauunterlagen und die bautechnische Prüfung ab. Der Bauantrag muss von Dir unterschrieben sein und von jemandem, der den Entwurf des Modulhauses gemacht hat und zugleich bauvorlageberechtigt ist. In diesem Fall wird Dir unser Architekt in Rat und Tat zur Seite stehen, sowie die weitere Vorgehensweise durch eine Unterschrift ermöglichen.

Anforderungen, die unsere Modulhäuser für ein dauerhaftes Wohnen erfüllen:
– Unsere Modulhäuser sind alle mit einer Küche und einem Bad ausgestattet sein (gemäß der Landesbauordnung).– Die Aufenthaltsräume sind mindestens 2,40 Meter hoch, wobei wir hier je nach Bundesland in Deutschland Ausnahmen integrieren können.

– Wir gewährleisten bei fensterlosen Bädern und Toiletten eine wirksame Lüftung, bieten aber trotzdem ausschließlich Modulhäuser an, in deren Bädern und Toiletten mindestens ein Fenster integriert ist.

– Wenn Du Dich für ein Modulhaus aus Holz entscheiden solltest, werden wir an diesem eine Blitzschutzanlage anbringen.

– Alle in unseren Modulhäusern verbauten Treppen, Türen, Fenster und Fluchtwege erfüllen die entsprechenden Bestimmungen der Landesbauordnung.

-> Du willst dauerhaft in Deinem Modulhaus wohnen
Wenn Du Dein Modulhaus ausschließlich temporär als Wochenendhaus oder Ferienhaus nutzen willst, musst Du dieses auf einem Grundstück in einem „Sondergebiet, das der Erholung dient“ aufstellen. Diese Gebiete sind extra für den Bau von Wochenend- oder Ferienhäusern gedacht. Das Attraktive an diesen Gebieten: Sie liegen meist umgeben von Außengebieten, also mitten in der Natur. Zudem gelten in solchen Gebieten oft tolerantere Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen. Dort ist der Bau häufig verfahrens- oder genehmigungsfrei, wenn die Grundfläche nicht mehr als 50 Quadratmeter beträgt. Das Grundstück muss allerdings auch dort erschlossen sein. Dauerwohnen (und die Anmeldung eines Erstwohnsitzes) ist in solchen Modulhäusern in der Regel nicht erlaubt – es sei denn, die Gemeinde hat im Bebauungsplan eine Wohnnutzung zugelassen. Dann Müsstest Du allerdings die Energieeinsparverordnung (EnEV) beim Bau einhalten. Sie gilt nicht, wenn das Modulhaus maximal vier Monate im Jahr bewohnt wird.

BAUBESTIMMUNGEN

WOCHENEND- ODER FERIENHAUS

-> Sie wollen Ihr Modulhaus als Wochenend- oder Ferienhaus nutzen

Wenn Sie Ihr Modulhaus ausschließlich temporär als Wochenendhaus oder Ferienhaus nutzen wollen, müssen Sie dieses auf einem Grundstück in einem „Sondergebiet, das der Erholung dient“ aufstellen. Diese Gebiete sind extra für den Bau von Wochenend- oder Ferienhäusern gedacht. Das Attraktive an diesen Gebieten: Sie liegen meist umgeben von Außengebieten, also mitten in der Natur. Zudem gelten in solchen Gebieten oft tolerantere Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen. Dort ist der Bau häufig verfahrens- oder genehmigungsfrei, wenn die Grundfläche nicht mehr als 50 Quadratmeter beträgt. Das Grundstück muss allerdings auch dort erschlossen sein. Dauerwohnen (und die Anmeldung eines Erstwohnsitzes) ist in solchen Modulhäusern in der Regel nicht erlaubt – es sei denn, die Gemeinde hat im Bebauungsplan eine Wohnnutzung zugelassen. Dann müssten Sie allerdings die Energieeinsparverordnung (EnEV) beim Bau einhalten. Sie gilt nicht, wenn das Modulhaus maximal vier Monate im Jahr bewohnt wird.